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Georg Büchner:

GROSSMUTTERS MÄRCHEN


Was der Mond roth auf geht. Kei Vater und kei Mutter, war alles tot und war niemand mehr auf der Welt. Alles tot, und es ist hingangen und hat gesucht Tag und Nacht. Und wie auf der Erd niemand mehr war, wollt’s in Himmel gehn , und der Mond guckt es so freundlich an und wie’s endlich zum Mond kam, war‘s ein Stück faul Holz und da ist es zur Sonn gangen und wie es zur Sonn kam war’s ein verwelkt Sonneblum und wie’s zu den Sterne kam, warens klei golde Mück, die waren angesteckt wie der Neuntöter sie auf die Schlehen steckt und wie’s wieder auf die Erd wollt, war die Erd ein umgestürzter Hafen und war ganz allein und da hat sich’s hingesetzt und geweint, und da sitzt es noch immer und ist ganz allein.


aus: Georg Büchner (1813-1837):
Woyzeck. (1837).

Georg Büchner (1813-1837):
Friede den Hütten
Lenz
Großmutters Märchen
Georg Büchner - Werke online
Georg Büchner Gesellschaft

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